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In der internationalen Zusammenarbeit wurden während Jahren viele Entscheidungen ausschliesslich in Europa oder Nordamerika getroffen. Auch dann, wenn sie das Leben von Menschen im Globalen Süden direkt betreffen und diese besser wissen, was sie benötigen. Historisch geprägte Machtverhältnisse spielen eine zentrale Rolle dafür, wie Projekte umgesetzt und wo überhaupt Mittel eingesetzt werden. Selbst wenn heute mehr Gelder an lokale Partner fliessen, bleibt die Frage bestehen: Wer entscheidet eigentlich, was wichtig ist? Wer setzt die Prioritäten? Wessen Expertise wird gehört?
Warum dieser Schritt jetzt wichtig ist
Weltweit nehmen Konflikte, Ungleichheiten und autoritäre Entwicklungen zu. Gleichzeitig stehen lokale Organisationen oft unter Druck, sei es durch eingeschränkte Handlungsspielräume, fehlende Ressourcen oder politische Unsicherheiten.
Gerade deshalb braucht es eine internationale Zusammenarbeit, die Vertrauen schafft, lokale Expertise ernst nimmt und die Menschenrechte ins Zentrum stellt. Denn Projekte wirken langfristig nur dann, wenn sie von jenen geführt werden, die die Herausforderungen persönlich kennen.
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Kernelemente des Manifests
Die unterzeichnenden Organisationen sind sich den der historisch verwurzelten Strukturen der Unterdrückung bewusst, die noch heute Machtungleichgewichte prägen und so gleichberechtigten Partnerschaften im Wege stehen. Sie setzen sich folgende Rahmenbedingungen und Prioritäten:
- Lokale Selbstbestimmung stärken.
Partner sollen echte Entscheidungsmacht haben – nicht nur beratend wirken.
- Langfristige, faire Finanzierung ermöglichen.
Dazu gehören Kernbeiträge, die Übernahme von Verwaltungskosten und flexiblere Berichtsanforderungen.
- Gleichberechtigte Partnerschaften fördern.
Risiken werden geteilt, Ressourcen transparent verteilt, und paternalistische Darstellungen in der Kommunikation vermieden.
- Zivilgesellschaftliche Räume schützen.
Menschenrechte, lokale Organisationen und engagierte Personen sollen gestärkt und nicht gefährdet werden.
- Machtungleichgewichte abbauen.
Historisch gewachsene Strukturen – auch rassistische oder kolonial geprägte Muster – sollen aktiv hinterfragt und verändert werden.
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SolidarMed und andere NGOs gehen voran
Viele Schweizer Organisationen arbeiten längst mit lokalen Partnern in enger Kooperation. Doch das Manifest ist ein gemeinsamer Schritt, um Erfahrungen zu teilen und die Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. Gleichzeitig richtet sich der Appell an staatliche und private Geldgeber: Sie sollen Rahmenbedingungen schaffen, die lokale Selbstbestimmung ermöglichen –beispielsweise durch flexiblere Finanzierungsmodelle.
Mit dem Manifest setzen SolidarMed und zahlreiche weitere Organisationen ein klares Zeichen für eine gerechtere, wirksamere und nachhaltigere internationale Zusammenarbeit.
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Lokale Expertise ist der Schlüssel für nachhaltige Lösungen. Im Bild: Das SolidarMed-Team in Simbabwe.